Regenwasserversickerung im Bestandsgebäude

In Hattingen wurde für ein Mehrfamilienhaus ein Versickerungskonzept erstellt.

Grund:

Eine zum Garten geneigte, ca. 150 qm große Dachflächenseite sowie eine seitliche Nebenfläche entwässerte unkontrolliert über zwei Fallrohre auf die Gartenfläche. Es entstanden regelmäßig erhebliche Staunässe und oberflächennahe Vernässungszonen.

Randbedingungen:

Das Dachflächenwasser konnte nicht mit freiem Gefälle in den Kanal geleitet werden.

Bei den durchgeführten Bodenuntersuchungen wurden oberflächennahe Anschüttungen sowie schlechte Durchlässigkeiten für Regenwasser bezogen auf die gültige ATV DWA_A-138 festgestellt.


Lösungsansatz:

  • Obwohl die Mindestanforderungen der gemäß ATV DWA_A-138 geforderten Durchlässigkeit kf von mindestens 5*10-6 m/s nicht erfüllt wurden, vereinbarten wir im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden eine Versickerung des Regenwassers in größerer Tiefe im Verwitterungshorizont des Karbongesteins.
  • Die Durchlässigkeiten lagen nur zwischen 2*10-7 m/s im Karbon und 7*10-8 m/s im Quartär. Als mögliche Versickerungsanlage war deshalb nur ein Versickerungsschacht in größerer Tiefe von ca. 4,0 m unter der Geländeoberkante (GOK) genehmigungsfähig. Das Wasser kann nur an der Basis austreten, seitlich ist der Betonschacht dicht.
  • Der behördlich geforderte Mindestabstand der Versickerung zu den Nachbargrundstücken von ca. 5 Metern wird deutlich überschritten, der Abstand beträgt ca. 10 Meter.
  • Es wird sichergestellt, dass das Dachflächenwasser nicht mehr die Anschüttungen durchströmen kann.

Vorteile der gewählten Versickerungslösung:

  • Der Garten ist wieder voll nutzbar, die Vernässungen finden nicht mehr statt.
  • Das Dachflächenwasser wird wieder gezielt dem natürlichen Grundwasserkreislauf zugeführt.
  • Der Eigentümer spart langfristig die für die abgekoppelte Dachfläche anfallende Versiegelungsgebühr von aktuell jährlich ca. 130 €.
  • Das Dachflächenwasser kann den Anschüttungsbereich nicht mehr durchströmen. Eventuell wassergefährdende Schadstoffe der Anschüttung können nicht mehr ins Grundwasser gelangen.
  • Eine durch die Betriebskosten langfristig teure Lösung mit einer pumpengesteuerten, wartungsintensiven Druckrohrleitung konnte vermieden werden. Insbesondere bei Starkregenereignissen hätte eine massive Rückstaugefahr aus dem Straßenkanal gedroht.
  • Dämpfung von möglichen Hochwasserspitzen und Entlastung der Kanalisation.

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