Regenwassernutzung und -versickerung

…bei hydrogeologisch schwierigen Randbedingungen

Dieses Projekt ist ein typisches Beispiel für die Koppelung von Regenwasserversickerung und Regenwassernutzung.

In einem Neubaugebiet in Herne-Wanne sollte das anfallende Dachflächenwasser trotz relativ ungünstiger kf-Werte von 5*10 –6 gemäß Vorgabe der zuständigen Behörden versickert werden. Außerdem handelt es sich um ein Gebiet mit relativ geringen Flurabständen von minimal ca. 1,5 m. Zudem liegt der Versickerungshorizont noch im Einflussbereich einer alten Anschüttung. Die ungünstigen Rahmenbedingungen wurden durch eine sogenannte „Fensterlösung“ berücksichtigt. Der Boden mit den ungünstigen kf-Werten wurde im Bereich der Rigole ausgekoffert und dabei außerdem die alte Anschüttung durchstoßen. Der unterhalb der alten Anschüttung natürlich anstehende Sand zeigt deutlich bessere kf-Werte. Der minimal zu erwartende Abstand zwischen Rigolensohle und höchstem zu erwartenden GW-Stand durfte gemäß der zuständigen Behörde minimal 0,50 betragen.


Lösungsansatz:

Wegen der schwierigen Randbedingungen wurde statt einer Kiesrigole eine Kunststoffrigole gewählt, da Sie ein 3-4 fach höheres Speichervolumen hat als Kies. Eine einzelne Kunststoffbox ist 0,80 m x 0,80 m lang bzw. breit und 0,66 m hoch und mit einem Inspektionstunnel ausgestattet. Die einzelnen Boxen sind durch ein Stecksystem miteinander verbunden.

Durch den Kontrollschacht mit Filter wird ein kontrollierter Zulauf des zu versickernden Regenwassers in die Rigole ge-währleist. Außerdem ist so durch den zusätzlich vorhandenen Inspektionstunnel auch eine optimale Wartung der Rigole durchführbar, so dass auch mittel- bis langfristig eine hohe Funktionalität dieser Kunststoffrigole gewährleistet ist.

Der ausgekofferte Boden im Bereich der Anschüttung wurde zunächst unter gutachterlicher Aufsicht ordnungsgemäß separiert und dann gemäß der Auflage der zuständigen Behörde in das dafür vorgesehene Bodenlager gebracht. Die Anschüttungen wurde dann durch einen unklassifizierten Sand ersetzt und die Rigolenboxen gemäß benötigtem Gefälle vom Überlauf des Regenwassertanks eingebaut. Dann wurde die Rigole mit einem Vlies gegen das eindringen von feinkörnigem Schluffmaterial ge-schützt. Abschließend wurde die Baugrube mit unklassifiziertem Sand bis ca. 0,20 m oberhalb der Rigolenboxen aufgefüllt.

Wegen der relativ geringen Flurabstände wurde ein Betontank ausgewählt. Nur so kann sichergestellt werden, dass die leichten Kunststofftanks durch aufdringendes Grundwasser nicht hochgedrückt und somit beschädigt würden. Es wurde ein Betontank mit einem Speichervolumen von ca. 4,3 cbm gewählt.
Durch die Regenwassernutzung im Haus durch WC und Waschmaschine wird ein deutlicher Anteil des anfallenden Dachflächenwassers verbraucht und muss somit nicht mehr versickert werden. Die in diesem Gebiet gewählte, entwässerungstechnische Lösung ist unter den gegeben Verhältnissen als optimal anzusehen.

Abgesehen vom ökologischen Nutzen ist diese Lösung mittel- bis langfristig auch wirtschaftlich sinnvoll, da über Jahre Trinkwasser-, Versieglungs- und Abwassergebühren eingespart werden können.

Unter folgendem Link finden Sie ein Beispiel für die Berechnung der Gebührenersparnis für einen 4-Personen Haushalt in der Stadt Bochum:

Download der PDF-Datei “Beispielrechnung Regenwassernutzung / Stand 2014”

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